Buch-und Filmtipps

Die Akademie gibt in den regelmäßig erscheinenden Buchrezensionen, Leseempfehlungen zur eigenen Fort- und Weiterbildung. Über Autoren, die etwas zu sagen haben, und Bücher, die es sich zu lesen lohnt.

Henning Lindhoff - Zombies, Hacker und legale Drogen

Henning Lindhoff ist stellvertretender Chefredakteur des libertären Magazins „eigentümlich frei“ und schreibt regelmäßig für liberale und konservative Medien. In seinem aktuellen Buch  „Zombies, Hacker und legale Drogen“ versammelt er mehr als zwei Dutzend kurzweilige Denkanstöße zu Freiheit, Markt und der Schaffenskraft des Einzelnen.

Denn heutzutage wird der freie Markt verschrien, diffus wird über »Ausbeutung« und »Kapitalismus« geschimpft, über die böse »Gier« und den zerstörerischen »Neoliberalismus«. Warum aber der freie Markt und die Freiheit des Einzelnen das unumstößliche Fundament einer jeden Gesellschaft bilden sollten, deckt Lindhoff anhand amüsant formulierter ökonomischer Zusammenhänge auf.

„Das Buch ist als kurzweilige Lektüre nicht nur den Fans der Populärkultur, sondern auch den selbsternannten Wirtschaftsexperten da draussen ans Herz zu legen.“ (Bieler Tagblatt)

 

Henning Lindhoff

Zombies, Hacker und legale Drogen

FinanzBuch Verlag, 240 Seiten, ISBN: 978-389879892

Birgit Kelle - Gender Gaga

Gender bezeichnet das soziale Geschlecht, das biologische Geschlecht, sprich die Natur des Menschen bzw. die geschlechtsspezifische Natur, spielt bei Gendermainstreaming nur noch eine untergeordnete Rolle, wenn überhaupt. Wie alle linken Ideologien, geht auch Gendermainstreaming davon aus, dass der Mensch bzw. die Gesellschaft beliebig veränder- und formbar ist. Die Genderisten träumen, so wie die stets gescheiterten Kommunisten und Sozialisten vor ihnen, vom besseren Menschen, einer „gerechten“ Gesellschaft und einer idealen Welt. Auch sie haben wenig Skrupel, ihre Utopie vom geschlechtslosen Einheitsmenschen auch gegen den Willen der Mehrheit zu verwirklichen

Die deutsche Erfolgsautorin Birgit Kelle zeigt in ihrem neuen Buch die Auswüchse und Widersprüche dieser absurden und menschenverachtenden Ideologie auf. Gendermainstreaming wird ohne jede demokratische Legitimation den Menschen von oben aufgezwungen. Lange Zeit von der Öffentlichkeit völlig unbeachtet, erst jetzt werden viele Menschen auf die Gefahren dieser neosozialistischen Ideologie aufmerksam. Mittlerweile hat Gendermainstreaming alle Lebensbereiche durchdrungen, selbst die Alltagsprache ist jetzt gendergerecht. Kelle zeigt all das auf und sie tut das trotz der Ernsthaftigkeit dieses Themas, mit viel Witz und Ironie. Ein wichtiges Buch, das zeigt, dass Gendermainstreaming mit Gleichberechtigung, Vielfalt oder Toleranz nichts zu tun hat. Diese Schlagwörter und Floskeln sollen nur von den wahren Zielen dieser freiheitsfeindlichen Ideologie mit totalitären Zügen ablenken.

Birgit Kelle

Gender Gaga: Wie eine absurde Ideologie unseren Alltag erobern will.

Adeo; 192 Seiten, ISBN-10: 3863340450

Thilo Sarrazin - Der neue Tugendterror

Wie ist es um die Meinungsfreiheit in Deutschland und Europa bestellt? Wo liegen ihre Grenzen? Was passiert mit den Menschen, die sie überschreiten? Und wer ist für den „Tugendterror“ verantwortlich? Diese spannenden Fragen versucht Thilo Sarrazin in seinem aktuellen Buch „Der neue Tugendterror“ auf knapp 400 Seiten zu beantworten. Das gelingt ihm über weite Strecken auch sehr gut.

Schließlich weiß Sarrazin, wovon er spricht. Hat er sich doch den Zorn der gesamten deutschen Mainstreampresse, den politisch korrekten Tugendwächtern, mit seinem ersten Buch „Deutschland schafft sich ab“ zugezogen. Wochenlang haben Journalisten, Künstler und Politiker auf Sarrazin eingeprügelt. Der erste Teil seines neuen Buches beschreibt und analysiert genau jene Vorgänge.

Detailliert zeichnet er die Geschehnisse nach und legt die Mechanismen und Funktionsweisen des politisch korrekten Tugendterrors offen. Er führt die Journalisten als Opportunisten, Hetzer und Lügner vor. Das nimmt man ihm natürlich übel. Viele Kritiker haben „Der neue Tugendterror“ als das Produkt eines „gekränkten Mannes“ (Deutschlandfunk), der „über seine Kritiker jammert“(Stern), beschrieben. Getroffene Hunde bellen eben.

Sarrazin hat wieder einmal ins Schwarze getroffen. Denn selbst wenn er sein aktuelles Buch nur aus gekränkter Eitelkeit geschrieben habe sollte, was soll’s? Es geht um den Inhalt. Spannend sind seine Zustandsbeschreibungen, Thesen und Befunde und nicht, warum er das Buch geschrieben hat. Seine Kritiker machen einmal mehr, was Sarrazin in seinem neuen Buch anprangert: Sie verweigern eine ernsthafte inhaltliche Auseinandersetzung. Die politisch korrekten Meinungsführer aus Medien und Politik ignorieren einmal mehr die von Sarrazin diagnostizieren gesellschaftlichen Probleme und Verwerfungen. Sie machen sich nicht einmal die Mühe, seine Thesen zu prüfen, sie wechseln sofort auf die persönliche und untergriffige Ebene. Der Stern bezeichnet Sarrazin in seiner Rezension etwa als „Knallfrosch“.

Gleichheitswahn

Dabei ist das Buch unaufgeregt, nüchtern, präzise und liefert dem unvoreingenommenen Leser eine Fülle interessanter Einsichten und Erkenntnisse. Man muss nur seine politisch korrekten Scheuklappen abnehmen. Sarrazins zentrale These: Nach der Implosion des real existierenden Sozialismus, ist vom Marxismus nur der unbedingte Gleichheitsglaube übrig geblieben. Gleichheit nicht im liberalen Sinne als Gleichheit der Chancen, sondern als Gleichheit der Ergebnisse. Unterschiede sind unerwünscht, sie sind das Ergebnis gesellschaftlicher und politischer Fehlentwicklungen und müssen beseitigt werden. Dieses Dogma darf nicht mehr angezweifelt werden. „Nach dem Scheitern der unterschiedlichsten Gesellschaftsutopien blieb die Gleichheitsidee als ihr kollektives Waisenkind in der Welt.“ Sarrazin spricht sogar vom Gleichheitswahn. „Es geht um die tatsächliche Gleichheit der Menschen“.

Die Folgen und Auswüchse sind bekannt. Der „Genderismus“ behauptet etwa, dass Mann und Frau (bis auf die Geschlechtsorgane) gleich und alle anderen Unterschiede nur ein soziales Konstrukt seien.

Der letzte Teil des Buches ist gleichzeitig der stärkste und interessanteste. Hier stellt Sarrazin 14 Axiome des Tugend-oder Gleichheitswahns auf.

Dazu gehören: „Wer reich ist, sollte sich schuldig fühlen“,“Der Islam ist eine Kultur des Friedens“ oder „Das klassische Familienbild hat sich überlebt“.Diese Glaubenssätze der politischen Korrektheit versucht Sarrazin aus Sicht der linken Moralisten zu begründen und zu beleuchten. Aus dieser Innensicht arbeitet er deren Denkmuster und Denkfehler heraus. Er skizziert, wie solche absurden Weltbilder und Denkgebäude entstehen und sich im Westen verbreiten konnten. Es ist eine Art Lexikon der politisch korrekten Irrtümer. Sarrazin gewährt einen umfassenden und erhellenden Blick in das neosozialistische Weltbild, das voller Widersprüche und Brüche ist. Er zeigt auf, wie Gutmenschen wirklich ticken.

Er stellt in Frage, was sich in unserer politisch korrekten Gesellschaftsordnung längst zu unumstößlichen Wahrheiten verfestigt hat. Deshalb sind sich die Mainstreammedien auch bei den großen Themen unserer Zeit alle einig. Bei Integration, Klimawandel, Feminismus, Migration, Energiepolitik, Umverteilung, et cetera. Und genau hier beginnen die Grenzen der Meinungsfreiheit, hier haben sich die Tugendwächter aus Medien, Politik, und Wissenschaft postiert. Sarrazin hat sie mit seinem neuen Buch einmal mehr überschritten. Deshalb ist er auch ein Knallfrosch, ein Provokateur oder einfach ein mieser Charakter, denn er benennt die Träger der politisch korrekten Ideologie, die Agenten des Tugendterrors: „Die Verwalter der politischen Korrektheit in Deutschland sind vor allem die Sinnstifter in den Medien, unterstützt durch Kronzeugen aus den Geisteswissenschaften, die bei Bedarf zu Hilfe eilen, mit der politischen Klasse als großenteils willfährigem Resonanzboden.“

Sie bedienen sich dabei der Mechanismen und Techniken ihrer geistigen Vorväter. Sarrazin spannt den Bogen von der Inquisition über den Wohlfahrtsausschuss der französischen Revolutionäre bis hin zu Stalin. Die geistigen Ahnen der politisch korrekten Elite haben eine blutige Spur durch die Menschheitsgeschichte gezogen. Der Autor zeigt die direkten Verbindungen in die Gegenwart auf und weist mit drastischen Beispielen auf die lauernden Gefahren hin.

Zum Beispiel bei der Beeinflussung und Steuerung der Sprache, einem sehr wichtigen Instrument der Neosozialisten. So haben etwa die Roten Khmer die Kambodschaner nach ihrer Machtergreifung in das „Alte“ und das „Neue“ Volk unterteilt. Das Alte Volk wurde anschließend komplett ausgelöscht. Der neue Tugendterror kann auf ein breites Arsenal an erprobten Techniken und Methoden zurückgreifen. Sarrazin beschreibt all diese Mechanismen, Lösungen oder Auswege bietet er allerdings keine an. Trotzdem, Thilo Sarrazin hat ein kluges Buch geschrieben, das die Denkmuster der neosozialistischen Gesellschaftsingenieure offen legt.

 

Thilo Sarrazin

 Der neue Tugendterror: Über die Grenzen der Meinungsfreiheit in Deutschland

 Deutsche Verlags-Anstalt München, 2014 ISBN: 978-3-42104-617-8

 

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